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Die Lotusblüte gilt als
Inbegriff von Reinheit, Weisheit und Schönheit.
Sie wurde vom entferntesten
Altertum her gleichermaßen heilig gehalten von den arischen
Hindus, den Ägyptern, und nach ihnen den Buddhisten. Sie
wurde in China und Japan verehrt und als ein christliches
Emblem von der griechischen und lateinischen Kirche
angenommen, welche aus ihr einen Sendboten machten, sowie
jetzt die Christen, die sie durch die Wasserlilie ersetzt
haben.
So symbolisiert sie den Weg
vom materiellen, dunklen, unbewußten Zustand durch die un-
und halbbewußten Seelenzustände hin zum bewussten
lichtvollen geisterfüllten Seinszustand.
Im Buddhismus steht die
Lotusblüte für einen reinen Geist und für Erleuchtung und
stellt das abstrakte und das konkrete Weltall dar, indem sie
als das Emblem der hervorbringenden Kräfte sowohl der
geistigen als auch der körperlichen Natur steht.
Es ist das Weltall, das sich
aus der Zentralsonne, dem Punkte, dem immer verborgenen
Keime, entwickelt.
Sie bedeutet ein und
dieselbe philosophische Idee, nämlich die Emanation des
Objektiven aus dem Subjektiven, die göttliche Ideenbildung,
wie sie aus dem Abstrakten zum Konkreten, oder zur
sichtbaren Form übergeht.
Die Lotusblume spiegelt das
mikrokosmische Universum wider. Im kosmologischen Sinne
repräsentiert der Lotus die vollkommene Harmonie von Yin und
Yang.
Sie entspringt dem Wasser (Yin)
und strebt zum Himmel (Yang).
Der Lotus ist ein Symbol für
das Heitere, die Vollkommenheit, die Unsterblichkeit, den
Überfluss.
Das frei über das Wasser
hinausragende Lotusblatt steht als Sinnbild für das
Nicht-Anhaften, für das Loslassen vom Weltlichen.
Es symbolisiert den ewigen
Wandel und die Harmonie im Weltall. |